Eine Umfrage der Gesellschaft für integrierte Kommunikationsforschung (GIK) zeigt: synthetischer Content und die Verbreitung von KI-generierten Inhalten belasten die Glaubwürdigkeit von Online-Informationen. Die Studie, durchgeführt im Juli und August 2024 mit 2.023 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, dokumentiert sowohl anhaltendes Vertrauen in klassische Medien als auch wachsende Skepsis gegenüber sozialen Plattformen und KI‑Inhalten.
Wie synthetischer Content das Vertrauen in Nachrichtenplattformen verändert
Auswirkungen von synthetischem Content auf die Glaubwürdigkeit von Online-Informationen
Die Umfrage zeigt, dass 60 Prozent der Befragten deutsche Medien insgesamt für glaubwürdig halten, doch 48 Prozent berichten von einem Vertrauensverlust in den letzten zwei Jahren. Besonders deutlich profitiert der lokale Journalismus: regionale Tageszeitungen erreichen mit 70 Prozent die höchsten Vertrauenswerte, gefolgt von öffentlich-rechtlichen TV- und Radiosendern mit 66 Prozent.
Im Gegensatz dazu beurteilen 67 Prozent soziale Netzwerke als wenig vertrauenswürdig. Plattformen wie Facebook, X, TikTok und Instagram spielen nach Ansicht vieler Nutzer eine zentrale Rolle bei der Verbreitung von Falschinformationen und Desinformation. Diese Dynamik beeinflusst auch Werbetreibende, die zunehmend Skepsis gegenüber Reichweitenkennzahlen und Content-Integrität anmelden. Weiterführende Analysen zum Einfluss von synthetischem Content auf Medienvertrauen finden sich in der Berichterstattung von ArbeitZwoNull zur Glaubwürdigkeit.

Künstliche Intelligenz, Deepfakes und die Verbreitung von Falschinformationen
Risiken und Wahrnehmungen von KI-gestützter Desinformation
Die Studie zeigt ein ambivalentes Bild: 73 Prozent sehen in Künstlicher Intelligenz Effizienzpotenziale, doch 76 Prozent äußern Datenschutzbedenken. Bezogen auf Desinformation glauben 35 Prozent, dass KI die Verbreitung von Fake News eher fördert; lediglich 19 Prozent sehen KI als Mittel zur Bekämpfung solcher Inhalte.
Das Risiko betrifft nicht nur gefälschte Texte, sondern auch Deepfakes und automatisierte Bot‑Netzwerke, die Vertrauen untergraben und Berichterstattung manipulieren können. Analysen internationaler Medien und Forschungseinrichtungen, darunter auch Beiträge in der internationalen Fachpresse, diskutieren den Effekt, dass der Einsatz von KI sowohl neue Angriffsflächen für Manipulation schafft als auch Werkzeuge zur Erkennung bieten kann. Eine vertiefende Auseinandersetzung findet sich etwa in Berichten des MIT Technology Review.
Kurz insight: Ohne technische Gegenmaßnahmen und klare Kennzeichnungen wächst die Gefahr, dass Authentizität digitaler Inhalte dauerhaft erodiert.
Folgen für Werbetreibende, Plattformregeln und Medienkompetenz
Ökonomische und regulatorische Folgen für die digitale Ökonomie
Für Werbungtreibende sind zwei Aspekte zentral: Integrität der Reichweite und Risiko von Klickbetrug. 2024 flossen rund 234,14 Milliarden US-Dollar in Social‑Media‑Werbung; Prognosen warnen, dass kumulative Schäden durch digitalen Werbebetrug bis 2028 auf bis zu 172 Milliarden US-Dollar anwachsen könnten. Diese Zahlen erhöhen den Druck auf Plattformen wie Meta oder Google/YouTube, Transparenz und Trust‑Mechanismen auszubauen.
Die GIK-Studie betont außerdem die Bedeutung von Medienkompetenz: 82 Prozent kennen den Begriff „Fake News“, doch nur 29 Prozent trauen sich zu, solche Inhalte meist zu erkennen. Forschungssprecherin Tanja Seiter warnte davor, dass der „sorglose oder gezielt destruktive Einsatz von Künstlicher Intelligenz“ die Verbreitung von Desinformation beschleunigen könne. Daraus folgt ein klares Forderungspaket: verbindliche Kennzeichnung von KI-Inhalten, Maßnahmen gegen Bot-Manipulation und gestärkte Bildungsangebote zur Quellenprüfung.
Abschließender Insight: Werbeinvestitionen und Plattformregeln werden zunehmend an der Frage gemessen, welche Anbieter glaubwürdige, überprüfbare Umfelder bieten.
Ausblick: Die Debatte um synthetischer Content bleibt zentral für die digitale Informationslandschaft. Entscheidend werden regulatorische Maßnahmen, technische Erkennungsmethoden und die Stärkung der Medienkompetenz sein, um Vertrauen in Online-Informationen langfristig zu sichern.





