Google hat mit der flächendeckenden Anzeige von AI-Overviews in den Suchergebnissen die Art der Informationssuche grundlegend verändert. Nutzer:innen erhalten zunehmend kompakte, KI-generierte Antworten direkt auf der Ergebnisseite, was klassische Klickpfade und die gewohnte Webnavigation verschiebt.
Diese Entwicklung betrifft vor allem Websites mit informativen Inhalten und stellt Betreiber:innen vor strategische Fragen zur Sichtbarkeit und zur Anpassung ihrer Inhalte an neue Navigationsmuster.
Wie AI-Overviews funktionieren und welche Reichweite sie erzielt haben
AI-Overviews sind automatisch erstellte Zusammenfassungen, die Google über den klassischen Treffern anzeigt. Sie nutzen Künstliche Intelligenz zur Aggregation und Neuformulierung von Informationen aus mehreren Quellen.
Die Verbreitung begann 2024 in den USA; Untersuchungen zeigen signifikante Effekte: Sparktoro meldete nach dem Launch einen Anteil von 58,5 % Zero-Click-Suchen, Similarweb berichtete im Mai 2025 von rund 69 % Zero-Click-Searches, und eine Analyse von ahrefs dokumentierte einen Rückgang der Klicks um 34,5 %.
Diese Zahlen belegen, dass die Benutzererfahrung sich dahin verschiebt, Antworten direkt in der SERP zu konsumieren. Für die Digitale Transformation von Informationsangeboten bedeutet das: Inhalte müssen für Maschinenlesbarkeit und schnelle Extraktion optimiert werden.

Konkrete Auswirkungen auf SEO, lokale Suche und die Webnavigation
Für die lokale Suche integriert die KI häufig Google Business Profile-Daten wie Öffnungszeiten oder Bewertungen direkt in die Übersicht. Dadurch gewinnen gepflegte Profile deutlich an Bedeutung, weil die KI diese Daten bevorzugt nutzt.
Studien von MOZ und Techmagnate zeigen, dass vor allem informationale Keywords betroffen sind. Techmagnate dokumentierte bis Mai 2025, dass in knapp 30 % aller Suchanfragen AI-Overviews erscheinen und die Klickrate über verschiedene Keywords um etwa 36 % zurückging.
Die Folge für die klassische Webnavigation ist messbar: Nutzer:innen scrollen weniger, Seiten mit tiefen, themenspezifischen Inhalten verlieren Traffic, während Seiten mit klar strukturierten Antworten gelegentlich in Overviews zitiert werden. Das verändert nicht nur die Sichtbarkeit, sondern auch die Art, wie Marken online wahrgenommen werden.
Chancen, Risiken und Anpassungsstrategien für Unternehmen und Publisher
Risiken bestehen vor allem in sinkenden Klickzahlen und in einer größeren Abhängigkeit von Googles Auswahlmechanismen. Publisher, deren Einnahmen stark von Werbeimpressions abhängen, sehen sich durch die Zunahme von Zero-Click-Searches unter Druck.
Gleichzeitig eröffnen sich Chancen: Anbieter mit aktuellen, vertrauenswürdigen Inhalten und nachweisbarer Expertise können als Quellen in AI-Overviews auftauchen und so Reputation aufbauen, auch ohne direkten Klick. Plattformen wie Semrush empfehlen daher mehr Fokus auf E‑E‑A‑T-Kriterien und strukturierte Daten.
Praxisbeispiel: Ein regionales Handwerksunternehmen, das seine FAQ präzise strukturiert und das Google Business Profile pflegt, verbessert seine Chancen, in lokalen AI-Übersichten erwähnt zu werden. Diese Anpassung erfordert technische Maßnahmen wie Schema Markup und redaktionelle Änderungen mit klaren, kurzen Antworten für die KI.
Kurz zusammengefasst bleibt festzuhalten: Technologische Entwicklungen rund um AI-Overviews verändern die Regeln der Sichtbarkeit. Betreiber:innen sollten Interaktion, Automatisierung und Struktur ihrer Inhalte neu denken, um in einer von KI dominierten Suchlandschaft relevant zu bleiben. Nächster Schritt ist ein systematisches Monitoring, ob und wie die eigenen Inhalte in AI-Overviews erscheinen.





